Ein Abschiedsbild vom Kometen Neowise aufgenommen am 25. Juli, diesmal allerdings mit dem Teleskop. Er hat uns nach einer langen Durststrecke (Warten auf den Jahrhundertkometen) zumindest ein kleines Spektakel geliefert.

Am gestrigen Abend packte nun auch ich mein kleines, mobiles Equipment zusammen und suchte mir in der Gegend rund um Jennersdorf einen Platz mit halbwegs freier Sicht auf den Horizont in Blickrichtung Nordwesten. Die Aufnahme zeigt schön beide Schweifanteile des Kometen, den gelb-braunen Staubschweif, bedingt durch das freigesetzte Material, sowie den senkrecht von der Sonne wegzeigenden Plasma-/Ionenschweif, der durch den Sonnenwind, das sind geladende Teilchen von der Sonne, blau aufleuchtet:
Komet Neowise ist der erste Schweifstern seit Jahren, der, wenn auch nur recht schwach, freiäugig, also ohne Verwendung technischer Hilfsmittel, beobachtet werden kann. Frühmorgens steht er nun am Nordosthimmel, unweit der strahlenden Venus. Mit einem Feldstecher lässt sich der Komet bereits problemfrei aufsuchen.
Der „Seifenblasennebel“ (links unten, gelbliche Kugel) ist der zarte Überrest einer „Sternleiche“, also die vor langer Zeit abgestoßene Hülle eines Sterns am Ende seines Daseins. Dieser kontrastarme planetarische Nebel wurde erst 2008 gefunden, denn nur in einer sehr tiefen Aufnahme verbunden mit dem entsprechenden astrophotographischen Wissen, hebt sich dieser alte Nebel vom Wasserstoff im Hintergrund ab. Hingegen wurde der Emissionsnebel NGC 6888 bereits im 18. Jahrhundert entdeckt – er ist weit auffälliger ob des Wolf-Rayet Sterns, der hier unvorstellbare Mengen an Gas ins All „bläst“. WR136 verursacht dabei die wunderschöne Gestalt des auch als „Sichelnebel“ bekannten Objekts im Sternbild Schwan.